educaeducanet²educashopeducajobpisa2009.educa.cheducahelpeducatechstipendieneducaguides
educa.ch Logo
deutschfrançaisitalianorumantschenglishSitemap
Suchen
AktuellesUnterrichtLehrberufBildungssystemeBerufsbildungSonderpädagogik
Home > Unterricht > Archiv > Thematische Dossiers > Erfahrungen mit ICT im Unterricht > 
Drucken
Internationales Projekt zu lokalen Unterschiedlichkeiten
 
Thomas Leitch, Lehrer der Kreisschule Mutschellen, Berikon (AG), hatte durch eine Kollegin vom Projekt NET-CH gehört. Nach einem Besuch der Website hat er an einem Workshop der SFIB in Bern teilgenommen. Das war sein erstes internationales Projekt. Einen Partner für sein Projekt zu finden, war ziemlich kompliziert. Schlussendlich fand er beim Treffen des österreichischen ENIS (European Network of Innovative Schools)-Netzes eine Kollegin aus Dornbirn.
 
Unterschiedlichkeiten in den lokalen Gemeinden
Das Projekt NET-CH - im Rahmen der Schweizer Beteiligung am European Schoolnet - zielt darauf ab, Schulklassen in verschiedenen Ländern zusammen zu bringen, um die Unterschiedlichkeiten in ihren lokalen Gemeinden zu erforschen. Für Thomas waren die ICT dabei ein Mittel zum Zweck und kein technologischer Selbstzweck. Obendrein fügte sich die vorgeschlagene Arbeit nahtlos in den Unterrichtsplan ein.

Themen
Vier Themen hatten sich die beiden Klassen ausgesucht:

ListenpunktFreizeitaktivitäten von Jugendlichen
ListenpunktRegionale Institutionen
ListenpunktJugendinstitutionen
ListenpunktLehre und Ausbildungen für Jugendliche
 
Die Schüler teilten sich in vier Gruppen auf die vier Themen auf. Die Schweizer und österreichischen Gruppen berieten sich über die Fragen, die sie stellen wollten. Gleichzeitig sollten die Antworten verglichen und ihre Entdeckungen in einem Chat thematisiert werden. Die Österreicher haben eine Online-Schablone angefertigt, die alle benutzten, um ihre Sites auf educanet.ch zu publizieren.

Wahl der Plattform
Für Thomas war die virtuelle Arbeit neu. Es musste eine Arbeitsplattform gefunden werden. Der erste Versuch erfolgte mit PostNuke, das sich allerdings als zu kompliziert herausstellte. Schlussendlich fiel die Wahl auf educanet.ch. Sogar eine relativ unkomplizierte Plattform kann schwierig erscheinen, wenn man keine Übung hat.

Probleme mit der Infrastruktur
Probleme bei ihrer Arbeit entstanden durch die Verfügbarkeit von Computern und die Organisation des Schulalltags. Während die Schweizer Klasse über eine ausreichende Anzahl von Computern und erstaunliche Freiheit in der Organisation ihres Arbeitstages verfügte, konnte die österreichische Klasse die Computer nur zu Randzeiten benutzen.

Teilnahme aller Lehrpersonen am Projekt
Eine andere Lehrerin der Kreisschule Mutschellen, Esther Theiler, nahm auch am Projekt teil. Thomas meint, dass weitere  Lehrpersonen sich auch für solche Projekte interessieren könnten.  Wenn man ein Projekt allerdings auf die gesamte Schule ausdehnt, muss es schon sehr gut organisiert sein, denn viele Lehrkräfte haben immer noch ihre Probleme mit der Handhabung von Computern. Thomas könnte sich vorstellen, dass alle Lehrpersonen an den Vorbereitungen teilnehmen, während jemand wie er selber bei der technischen Seite hilft.

Medienecho
Thomas und Esther haben das Projekt anderen Lehrpersonen vorgestellt. Zusätzlich erschienen Artikel darüber in der Presse und der Schulleiter äusserte sich sehr positiv zu dieser neuen Erfahrung. Thomas betont, dass der gesamte Prozess offen und transparent sein muss. Die Kreisschule Mutschellen hat jetzt 160'000 CHF für Hard- und Software ausgegeben und die Öffentlichkeit ist zufrieden, dass ICT in den Unterricht integriert wurden und keinen Selbstzweck darstellen.

Motivation der SchülerInnen
Wenn man die Schülerinnen und Schüler fragt, was sie bei dem Projekt gelernt haben, sprechen sie wenig von ICT, dafür aber davon, dass sie gelernt haben, wie man Interviews macht  und  Texte formuliert und vergleicht. Thomas hob besonders die selbständige Art der SchülerInnen hervor, in Teams zu arbeiten, ihre eigenen Entscheidungen zu treffen und ihr eigenes Material zu erstellen - mit seiner  Hilfe wenn nötig. Das war ein ganz anderes Arbeiten als sonst im Unterricht. Die Lernenden waren sehr motiviert, besonders wenn es darum ging, Ideen mit einer anderen Klasse auszutauschen und die Resultate ins Netz zu stellen. Für sie war diese Arbeit ein echtes Vergnügen. Viele arbeiteten ausserhalb der Schulstunden weiter und fragten um Erlaubnis länger bleiben zu dürfen.

Ein erweitertes System
Die erweiterten Lehr- und Lernformen  - wie in vielen Schulen im Kanton Aargau angewendet  - haben dabei sehr geholfen. In der Praxis handelt es sich hierbei um ein sehr flexibles Wochenprogramm in Form eines Wochenplans mit Zeit für Workshops und Projektarbeit. Am Anfang der Woche wird ein Arbeitsplan erstellt. Statt festgesetzter Stunden pro Fach können die Stunden nach der anfallenden Arbeit eingeteilt werden. Die Schülerinnen und Schüler entscheiden selbst, was sie wann machen. Die Lehrperson hat hierbei die Rolle eines Mentors, der Fragen beantwortet, aber nicht frontal unterrichtet. Von Zeit zu Zeit werden die Schülerinnen und Schüler geprüft, um zu sehen, ob sie den Unterrichtsstoff verstanden haben.

Qualitätsarbeit
Lehrpersonen verschiedener Stufen treffen sich im Rahmen der Qualitätssicherung ca. alle drei Wochen in sogenannten Qualitätsgruppen, um über Best Practice-Erfahrungen zu diskutieren, die sie dann anderen Lehrpersonen zur Verfügung stellen. Aus jeder Gruppe trägt ein Mitglied die gesammelten Erfahrungen in eine gemeinsame Steuerungsgruppe, in der auch die Schulleitung vertreten ist. Auf diese Art ist es möglich, eine Übersicht über die Arbeit in den Qualitätsgruppen zu erhalten, zu koordinieren und die Weiterbildungsplanung mit der Thematik der Qualitätsgruppen zu harmonisieren. Obendrein besuchen sich die Lehrpersonen gegenseitig im Unterricht, um sich bei der Arbeit zuzusehen. Die Thematik des anderen kennen zu lernen, erleichtert die interdiszipläre Projektorganisation erheblich.    Diese Arbeitsweise wurde vor drei Jahren anhand des kantonalen  Pilotprojekts "Schule mit erweitertem Gestaltungsraum (SEGRA)" aufgenommen, das zu einer gemeinsamen Vision und der Bildung dieser Qualitätsgruppen führte. Verantwortlich für die Evaluierung dieser Qualitätsgruppen ist im Departement für Bildung, Kultur und Sport  das neue Inspektorat.
 
Kontakt
 
Thomas Leitch-Frey
E-Mail : mail@leitch.ch
Site web : www.hs-feldkirchen.at